Thomas Pfeil

Mein Name ist Thomas Pfeil, ich wohne in Niederkaufungen.

Ich bin Pensionär und beschäftige mich mit der Care Arbeit.

Was hat dich nach Kaufungen gebracht? Kaufungen ist mein Geburtsort und der Ort meiner Familie.
Was magst du besonders an Kaufungen? Kaufungen ist in den Jahren immer ökologischer und alternativer geworden. Wir haben ein breites Aktivitätsangebot und sind sind infrastrukturell super aufgestellt. In Kaufungen haben wir alles was wir brauchen.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen? Die Themen Umwelt und Soziales liegen mir besonders am Herzen. Beide Themen sind für mich Grundpfeiler, auf die eine gute, demokratische Gemeinschaft aufbaut.
Die auf uns zukommenden Umweltbelastungen aus der, nicht wirklich angegangenen Klimakrise, werde auch uns in Kaufungen treffen. Das die Losse über die Ufer tritt ist zwar kein neues Problem, das kenne ich bereits aus meiner Kindheit in die 80ern. Doch das starke Absinken des Grundwasserspiegels macht sich in unseren Gärten bemerkbar. Sommer ohne Regenfälle lassen unsere Wasserabrechnungen massiv steigen, wenn wir hinterm Haus mehr als einen Steingarten oder eine Wüste haben wollen. Dass mit dem Bau der A44 höchstwahrscheinlich die meisten unserer Kaufunger Quellen zum Versiegen gebracht werden,  lässt vor diesem Hintergrund an Schilda und nicht an verantwortungsvolle Politik denken.
Maßnahmen wie der Bau des Hochwasserdamms sind zwar gut gemeint – überzogener Aktionismus, nur um Fördermittel abzugreifen, ist letztendlich aber weder ökologisch noch nachhaltig nachvollziehbar. Gleiches gilt für die Neuerschließung und Versiegelung von Bauland, während im Dorfkern viele alte Gebäude leer stehen.
Auch im sozialen Bereich sehe ich Kaufungen bereits gut aufgestellt. Die Maßnahmen, die sowohl für Senioren als auch die Jugend getroffen werden, sind umfang- und abwechslungsreich. Und auch die Einrichtung von Internethotspots ist erstmal durchaus lobenswert.
Doch Anschaffungen müssen auch gepflegt werden damit sie funktionieren. Nicht funktionierend oder nicht flächendeckend eingerichtetes Internet hilft niemandem. Jugendeinrichtungen ohne ausreichenden Betreuungsschlüssel sind tote Gebäude. Seniorennachmittage ohne ehrenamtliche Helfer sind nicht durchführbar.
Um die angeschafften Errungenschaften also zu erhalten und weiterhin mit Leben zu erfüllen braucht es Menschen, die sich darum kümmern. Stellenstreichungen, um den Haushalt schön zu rechnen, sind da der ganz falsche Ansatz.

Was möchtest du in Kaufungen konkret verbessern oder anstoßen? Als Hausbesitzer ist die Steuerlast des Einzelnen ein verbesserungswürdiges Thema für mich. Die ganzen guten Errungenschaften, die wir in Kaufungen haben, müssen selbstverständlich finanziert werden. Das kostet Geld. Und Geld ist in den Kommunen natürlich immer knapp. Doch auch in der Kommune kommt es auf die Verteilung der Gelder an. Das kennt ein jeder, der mit seinem Geld den Monat über haushalten muss.
Die ersatzlose Abschaffung der wiederkehrenden Straßenbeiträge wären hier ein guter Schritt die Kostenlast des Einzelnen zu senken. Die Kosten für alles, was über die normale Straßenpflege geht auf das Land zu übertragen, ist gesetzlich möglich.
Ebenso sollte man die Unterstützung für kommerzielle Betriebe einschränken. Das bundesweit agierende Dienstleistungsunternehmen mietfrei in öffentlichen Gebäuden ihren Geschäften nachgehen und die Gemeinde sogar noch das Personal finanziert, oder dass Umbaumaßnahmen bei privatwirtschaftlichen Betrieben in der Gemeinde auf Steuergelder von uns allen finanziert werden sollen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Und so schön ein großes Heimatfest in Kaufungen auch ist, wenn wir kein Geld dafür haben, muss es eben kleiner ausfallen oder an kommerzielle Eventplaner übertragen werden.
Es gibt viel mehr Möglichkeiten die Haushaltsgelder zu verteilen, als im sozialen Bereich und bei Stellen von Gemeindemitarbeitern zu sparen oder Gelder aus der Bevölkerung zu ziehen.

Was ist eine Sache über dich, die viele überraschen würde? Mitglieder in Linken oder ökologischen Vereinigungen und Parteien werden ja oftmals als weltfremde oder anarchistische Gutmenschen abgetan. Daher dürfte es überraschen, dass ich, bis zu meiner krankheitsbedingten Pensionierung, 30 Jahre im repressiven Staatsdienst tätig war. Hier habe ich lernen können, dass deviantes Verhalten nichts mit Nationalität, Alter oder Bildungsstand zu tun hat. Vielmehr entsteht es aus sozialer Ungerechtigkeit, aus Vorurteilen und Diskriminierung. Und hiergegen gehen weder die neoliberalen Parteien, noch neue spalterische, völkische und menschenverachtende Horden an. Von daher sollte es für jeden, der Gemeinschaft und Zusammenhalt sucht selbstverständlich sein, sich sozialen und ökologischen Vereinigungen oder Parteien anzuschließen.

Dein persönlicher Lieblingsort in Kaufungen? Der Friedwald, denn hier spürt man die Verbindung von Natur, Leben und Vergehen. Ein Ort der Ruhe, Entspannung und Einkehr, zumindest solange noch keine Autobahn daneben gebaut wurde.

Was motiviert dich, dich kommunalpolitisch zu engagieren? Kommunalpolitik betrifft uns direkt. Hier haben wir die Möglichkeit, etwas für UNS im Ort zu ändern. Und eine Gemeinde lebt eben nur durch ihre Bewohner.

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com