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Kaufungen und James Bond

Was haben denn Kaufungen und James Bond miteinander zu tun? James Bond geht ja wieder auf sicherlich erfolgreiche Jagd. Im neuen Film „Spectre“ wird gejagt, geschossen und irgendwas gerettet. Am 5. November, also eine Woche vor besagter Gemeindevertretung, war Kinostart in Deutschland. Lange vorher schon haben die Werbeprofis der Produktionsfirma Werbung für den Film gemacht: Hier ein Interview, dort ein Slogan, hier ein Bild, dort eine Anzeige. Denn Werbung ist Impuls, Anpreisung,  Anregung oder Stimulation. Es ist dabei nicht wichtig, ob man sich den Film schon ansehen kann. Sondern es geht darum, dass Lust darauf entsteht. Die potentiellen Kinogehenden sprechen schon vorher mit ihren Freundinnen und Freunden über den Film. Und so wird so ein Film – manchmal sogar obwohl er überhaupt nicht gut ist – zu einem Erfolg. Für Werbung ist es nicht wichtig, ob ein Produkt schon an der Kasse zu kaufen ist. Selbstverständlich darf man die Kundinnen und Kunden nicht ewig warten lassen, aber für ein Produkt lässt sich schon einige Zeit vor der Markteinführung werben.

Steffen Andreae meinte in seiner Rede zum Thema Carsharing:

Mir ist es nicht erklärlich, warum wir nicht seit eineinhalb Jahren Werbung dafür machen. Ich weiß nicht, wieso nicht alle Neubürgerinnen und Neubürger über dieses mögliche Angebot und den Beschluss der Gemeindevertretung informiert werden. Es macht für mich nicht einmal Sinn, dass darüber noch nicht auf der Internetseite informiert wird. Doch so erreichen wir die hohen Nutzerzahlen nicht, das waren in dieser Sache eineinhalb verschenkte Jahre.

Wer schon mal eine Sitzung der Gemeindevertretung besucht hat, weiß, dass es außer von der Grünen Linken Liste Kaufungen oft keine inhaltlichen Beiträge gibt. Die CDU war am vergangenen Donnerstag diesbezüglich ein Totalausfall, Bündnis90/Die Grünen haben zu ihrem Antrag zum Unkrautvernichtsmittel (wir berichteten auf Facebook) inhaltlich gesprochen. Doch am inhaltlichsten (aber eben auch am inhaltleersten) wurde es in den Antworten von Grünen und SPD zu dem zitierten Vorschlag, doch Werbung für Carsharing zu machen. „Man könne doch keine Werbung machen für ein Produkt, welches es noch überhaupt nicht gibt.“ Wie bitte? What? Hä?

Wir alle sind nun gespannt auf die Wahlwerbung der Parteien für die nächste Kommunalwahl. Es ist nämlich sehr wohl möglich, Werbung für einen Film zu machen, der erst in einem halben Jahr kommt. Es ist eben gut möglich, Werbung für eine Kommunalwahl zu machen, die erst am 6. März 2016 stattfindet – oder verzichten SPD und Grüne darauf?

Und es ist nicht nur möglich, sondern eben auch notwendig für die Einführung von Carsharing Werbung zu machen und das auch zu einem Zeitpunkt, an dem noch an der Umsetzung gearbeitet wird.

 

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