Ohne Moos nichts los – Kaufungens Haushalt vor großen Herausforderungen

„Ohne Moos nichts los“ – dieses Motto gilt auch für die Gemeinde Kaufungen. Rund 36 Millionen Euro nimmt die Gemeinde jährlich ein. Gleichzeitig trägt sie Verantwortung für zahlreiche Aufgaben: Kitas, Verwaltung, Infrastruktur, Kulturangebote, Feste und vieles mehr.
Doch in diesem Jahr gerät das finanzielle Gleichgewicht ins Wanken: Erstmals seit vielen Jahren klafft eine deutliche Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben.
Im Ergebnishaushalt fehlen fast 2,7 Millionen Euro – genau dort, wo laufende Kosten wie Personal, Zuschüsse und Sachaufwendungen gedeckt werden müssen. Noch verfügt Kaufungen über eine Rücklage von knapp 7 Millionen Euro, doch allen ist klar: Wenn wir so weitermachen wie bisher, ist dieses Polster in wenigen Jahren aufgebraucht.

Unsere Verantwortung – auch aus der Opposition

Die GLLK könnte es sich leicht machen. Schließlich liegt die politische Verantwortung bei der GroKo+ (SPD, CDU und Grüne). Trotzdem haben wir konstruktiv gearbeitet und zahlreiche Vorschläge eingebracht, um das Haushaltsdefizit zu verringern und die Gemeinde vor einer drohenden Schuldenfalle zu bewahren. Unsere Vorschläge wurden jedoch in der vorbereitenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vollständig abgelehnt.
Nur einen Tag später erreichte uns überraschend ein eigener Antrag der GroKo+. Und dieser hat es in sich:

1. Regionalmuseum: Außen hui, innen pfui?

Für viel Geld – 3,3 Millionen Euro – wird derzeit das Regionalmuseum saniert.
Doch die Mittel für die neue Ausstellung, das eigentliche Herzstück des Museums (330.000 €), sollen gestrichen oder erst 2028 wieder beraten werden. Wir sagen klar: Das ist ein Schildbürger*innenstreich. Was nützt ein frisch renoviertes Gebäude, wenn die Ausstellung fehlt?

2. Einsparungen bei der Verwaltung – aber ohne Klarheit

Noch gravierender ist der zweite Punkt: Die GroKo+ möchte 150.000 Euro bei den Personalkosten einsparen, ohne jedoch zu benennen, wo und wie dies geschehen soll. Damit wird der Gemeindevorstand mit einer unmöglichen Aufgabe allein gelassen. Das Motto scheint zu lauten: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“
Dabei wissen alle:
Der Großteil der Verwaltungsarbeit besteht aus Pflichtaufgaben. Dort kann man kaum Personal reduzieren. Bleibt nur die Hoffnung, dass Stellen durch natürliche Fluktuation frei werden – und dann möglichst lange unbesetzt bleiben.
Doch das heißt auch mehr Arbeitsdruck für die verbleibenden Mitarbeitenden, mehr Stress und höhere Arbeitsbelastung und am Ende mehr Krankheitsausfälle.
Personalkosten kann man natürlich senken – aber dann muss man auch offen sagen, welche Leistungen künftig wegfallen sollen. Diesen Gestaltungswillen lässt die GroKo+ leider vermissen.

Unser Fazit

Kaufungen steht finanziell vor schwierigen Jahren. Gerade jetzt braucht es transparente Entscheidungen, klare Prioritäten und ehrlichen Mut, die Folgen von Einsparungen offen zu benennen. Die GLLK bleibt dabei: Wir machen konkrete Vorschläge, wir übernehmen Verantwortung – und wir schauen genau hin, wenn Sparmaßnahmen nicht zu Ende gedacht sind.

Die Anträge der GLLK im einzelnen

Der Zuschuss soll um 1.000 € erhöht werden, um gestiegene Kosten durch Inflation auszugleichen. Dies ist ein kleines finanzielles Signal mit großer Bedeutung für Gewaltprävention und Schutzmöglichkeiten für Frauen und Kinder. Unser Antrag im Wortlaut

Eine Kürzung des Etats würde unmittelbar dazu führen, dass aktuelle Kinder- und Jugendbücher, Sachmedien, digitale Angebote und mehrsprachige Materialien nicht mehr ausreichend angeschafft werden können – mit negativen Folgen für Sprachbildung, schulischen Erfolg und Chancengleichheit. Unser Antrag im Wortlaut

Wir fordern… das Freibad Helsa soll unterstützt werden, da es für viele Kaufunger Familien die einzige Schwimmmöglichkeit bietet und wichtige Kurse für Kinder durchführt. Der Zuschuss soll den ehrenamtlich getragenen Betrieb sichern und soziale Teilhabe fördern. Unser Antrag im Wortlaut

Für kommunale Energiesparmaßnahmen soll eine eigene Intracting-Kostenstelle eingerichtet werden, um Einsparungen künftig für neue Maßnahmen nutzbar zu machen. Die 100.000 € Anschubfinanzierung beschleunigen Klimaschutzmaßnahmen und entlasten langfristig den Haushalt. Unser Antrag im Wortlaut

Die Kosten für die Postfilialen sollen gedeckelt und deutlich reduziert werden, da sie in den letzten Jahren unverhältnismäßig gestiegen sind. Zudem soll die Gemeinde Gespräche mit DHL und lokalen Händlern initiieren, um eine angemessene Kostenbeteiligung oder privatwirtschaftliche Lösung zu erreichen. Unser Antrag im Wortlaut

Der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes soll beendet werden, da öffentliche Sicherheit eine staatliche Aufgabe ist und Privatisierung rechtlich wie demokratisch problematisch ist. Die eingesetzten Mittel seien unverhältnismäßig und könnten sinnvoller in Prävention und Infrastruktur fließen. Unser Antrag im Wortlaut

Ein Zaun löst das Problem von Vandalismus nicht, sondern verschiebt es nur und bekämpft nicht die Ursachen. Stattdessen werden präventive und pädagogische Maßnahmen als sinnvoller erachtet. Unser Antrag im Wortlaut

Wir fordern… Die Mittel für die Neugestaltung der Gemeindebeete sollen gestrichen werden, da es weder eine Planung noch eine realistische Umsetzungschance im Jahr 2026 gibt. Nach der Kommunalwahl kann die Planung erfolgen und nötige Mittel ggf. erst 2027 eingeplant werden. Antrag im Wortlaut

Wir fordern… die Mittel für die Neugestaltung der Gemeindebeete sollen gestrichen werden, da es weder eine Planung noch eine realistische Umsetzungschance im Jahr 2026 gibt. Nach der Kommunalwahl kann die Planung erfolgen und nötige Mittel ggf. erst 2027 eingeplant werden. Unser Antrag im Wortlaut

Die Kosten für das Heimatfest 2026 sollen begrenzt werden, um die Haushaltslage zu stabilisieren. Einsparungen sollen durch Kooperation mit Vereinen, regionale Anbieter und Sponsoring erzielt werden. Unser Antrag im Wortlaut

Der Zuschuss soll gestrichen werden, da keinerlei belastbare Informationen zu Umfang oder Konzept der Renovierung vorliegen. Zudem ist laut Pachtvertrag grundsätzlich der Pächter für Schönheitsreparaturen und Renovierungen zuständig. Unser Antrag im Wortlaut

Das Projekt wird grundsätzlich unterstützt, ist aber ohne Baugenehmigung und Förderbescheid nicht haushaltsreif. Die reduzierten Mittel sollen lediglich die Planung ermöglichen, sobald die Voraussetzungen vorliegen. Unser Antrag im Wortlaut

Da noch keine Planung zu Umfang und Kosten der Sanierung vorliegt, sollen lediglich die notwendigen Planungsleistungen finanziert werden. Die eigentliche Umsetzung kann frühestens nach Vorlage der Planungen beschlossen werden. Unser Antrag im Wortlaut

Wir freuen uns über deinen Kommentar zu unseren Anträgen