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A44 – Die Diskussion im Lossetal

Zu einem Stadtgespräch lud am Dienstag, den 23. November der Hessische Rundfunk in das Bürgerhaus in Hessisch Lichtenau. Bereits der Titel der Veranstaltung „Sind Kammmolche wichtiger als Autobahnen?“ ließ die Menschen im Lossetal aufhorchen.
Offensichtlich sollte versucht werden, die berechtigten Interessen der Lossetalbewohner einerseits gegen die Überlebensinteressen von Tieren und Pflanzen auszuspielen. Die Studiorunde war besetzt mit dem Bürgermeister von Hessisch Lichtenau, sowie dem hessischen Wirtschaftsminister Dieter Posch auf der eine und Nicole Maisch Bündnis90/Grüne und Thomas Norgall vom BUND-Landesverband Hessen.
Leider wurden dabei immer wieder die Fragen von gestern und vorgestern aufgeworfen: “Hätte nach einem anderen Baurecht gebaut werden können? Wer hatte wann die Möglichkeit einer Beschleunigung gehabt?“ Die eigentliche Frage, sind wir bereit nicht nur über den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen zu reden, sondern auch verantwortlich zu handeln, wurde kaum angesprochen. Stattdessen wurde wie in der Anmoderation bereits deutlich geworden, Gräben gegraben und Klischees bedient: „Feldlerche, Fledermaus und Kammmolch – immer wieder verzögern und verteuern sie und ihre Natur-„Beschützer“ den Ausbau von Straßen und anderen Projekten. Müssen Protest- und Einspruchsmöglichkeiten in Deutschland begrenzt werden?“

Schade eigentlich, hätte eine so hochkarätige Runde doch auch die Gelegenheit gehabt zukunftsfähige Konzepte zu diskutieren. Was braucht die Region um sich zu entwickeln. Welche Ressourcen und Stärken sind vorhanden und lassen sich fördern? Wie kann eine Zusammenarbeit unter den Vorzeichen einer nicht mehr wachsenden Gesellschaft aussehen?

Leider gar nicht wurde aus Kaufunger Sicht auf die Frage eingegangen, was ein Autobahnbau und –betrieb für die Kaufunger bedeutet. Lediglich Herr Posch drohte an, dass wenn die Bechsteinfledermaus nicht weichen würde, sechs Meter hohe Lärmschutzwände den Kaufunger Bürgerinnen und Bürger vor die Tür gesetzt werden müsse.

Die Kaufunger Menschen, die den Weg in das Bürgerhaus der Nachbarstadt gefunden hatten, machten aber nicht nur mit Worten deutlich, was sie von den bevorstehenden Entwicklungen halten. Mit dem neuentwickelten Kaufunger Ortsschild wurde auch bildlich die Absage dieses Teils der Lossetals an den Autobahnbau deutlich gemacht.
Übrigens, die Wortmeldung von Claus Brechmann war die einzige Wortmeldung, die aus dem Zuschauerraum kam und nicht von einem amtierenden Politiker oder Verbandfunktionär kam. In 35 Minuten Zuschauerfragen kamen lediglich sechs Zuschauer zu Wort: Konrad Volkhard (Nabu), Franz-Josef Lewe (Stadtverordnetenvorsteher), Michael Heußner (Stadtverordneter – CDU), Stefan Reuß (Landrat Werra-Meißner-Kreis), Karl Strecker (Stadtverordneter – CDU), eine gelebte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sieht anders aus.

Die vollständige Sendung des hr findest du hier: hr

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