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Ökostrom mit Neuanlagenquote

Antrag der GLLK zur Gemeindevertretersitzung am 24. Mai 2012

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Kaufungen möge beschließen:

Alle Verträge zur Lieferung von elektrischer Energie sollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt gemeinsam in zwei Losen (kommunale Liegenschaften und Straßenbeleuchtung) ausgeschrieben werden. Die Gemeinde Kaufungen bezieht für alle kommunalen Liegenschaften und für die Straßenbeleuchtung zukünftig ausschließlich „Ökostrom mit Neuanlagenquote“.

Begründung:

A. Klimaschutz

Immer mehr Kommunen werden ihrer Verantwortung für den Klimaschutz dadurch gerecht, dass sie einen höheren Anteil ihres Stroms – bis hin zu 100 % – aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Dies stellt auch einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele dar, die die Bundesregierung mit der Energiewende verbunden hat. Bei konventionellem Strom (Deutscher Energiemix) betrug 2010 der Anteil von erneuerbaren Energien 16,9 %, Atomstrom 22,6 %, Kohle 42,4 % und Erdgas 13,6 % (Quelle: BDEW).

Insbesondere Ökostrom mit Neuanlagenquote kann den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Bei Ökostrom mit Neuanlagenquote müssen mindestens 33 % des während eines Kalenderjahres gelieferten Stroms aus Neuanlagen stammen, die nicht älter als sechs Jahre sind. Mindestens weitere 33 % müssen aus Bestandsanlagen stammen, die nicht älter als 12 Jahre sind. Demgegenüber ist der Effekt bei Ökostrom ohne Neuanlagenquote geringer.

B. Stadtmarketing

Ebenso wäre dies ein Imagegewinn für die Gemeinde Kaufungen gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern, wie auch in der Außenwirkung (Stadtmarketing). Es wäre ein positives Signal, dass die Gemeinde Kaufungen die Zeichen der Zeit verstanden hat, ihre Vorbildfunktion wahrnimmt und sich an die Umsetzung des im Jahre 2010 gefassten Beschlusses macht, bis 2030 den Energiebezug der Gemeinde Kaufungen vollständig auf regenerative Energien umgestellt zu haben. (Beschlussvorlagen-Nr.: 0014/2011)

C. Kosten

Für Ökostrom mit Neuanlagenquote ist gegenüber konventionellem Strom mit Mehrkosten von ca. 1,5 ct./kwh zu rechnen. Diese Mehrkosten sollten wir trotz der aktuellen schlechten Finanzsituation in Kauf nehmen, denn die Folgen der konventionellen Stromerzeugung sind zu dramatisch, als dass es legitim wäre, nur nach dem Preis zu schielen. Auch der Klimawandel verursacht Kosten! Kurzfristige Haushaltssorgen dürfen nicht über langfristigen Klimaschutz gestellt werden. Gewinner wäre unsere Umwelt und die Gemeinde würde ihrer ökologischen Vorbildfunktion gerecht.