An den Vorsitzenden des Gemeindevorstands
Die GLLK veranstaltete zwei Tage nach der Bürgerversammlung den ersten Stammtisch zum Thema „Elterntaxi“ (siehe Infobrief Nr. 22). Logischerweise nutzten die Eltern, die auch während der Bürgerversammlung mit ihrem Anliegen vorstellig wurden, die Gelegenheit. Aus dem Stammtisch ergaben sich mehrere Fragestellungen, die ich hiermit an den Gemeindevorstand richte. Manche der Fragen beziehen auch Angelegenheiten für die der Landkreis zuständig ist. Diese habe ich dann auch noch direkt an den Landkreis übermittelt.
- Fußgängerüberweg
Laut den uns vorliegenden Unterlagen „Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen“ gibt es eine Unklarheit bezüglich der Aussagen des Bürgermeisters in der Bürgerversammlung im Mai 2019. So heißt es in 2.3 „Verkehrliche Voraussetzungen“, dass die Fußgängerverkehrsstärke, also die Anzahl von Fußgängern in einer Stunde, die eine verkehrliche Voraussetzung für einen Fußgängerüberweg bedeuten, sich auf die Spitzenstunden beziehen. In der Bürgerversammlung wurde aber gesagt, dass dieser Wert den ganzen Tag über erzielt werden müsste. Die Fußgängerverkehrsstärke, die einen Fußgängerüberweg möglich machen kann, liegt zwischen 50 und 100 Fußgängern, aber eben nur in den Spitzenstunden. Gleiches gilt für die Kfz pro Stunde. Hier liegt der Wert bei zwischen 200 und 300 Fahrzeugen, aber eben auch nur in den Spitzenstunden. Bei Erreichen ist ein Fußgängerüberweg „möglich“. Aber auch außerhalb diese Empfehlung, so heißt es in 2.3.3 der amtlichen Mitteilung, kann ein Fußgängerüberweg angeordnet werden. Er wird also noch nicht empfohlen, aber so ganz gar nicht, wie in der Bürgerversammlung vermittelt, ist ein Fußgängerüberweg an dieser Stelle nicht.
Als Alternative werden bauliche Querungshilfen erwogen. Wir fragen an, was genau damit gemeint ist und welche dieser Hilfen schon erwogen wurden.
Außerdem erbitten wir die Ergebnisse der Verkehrszählungen auf der Niester Straße Höhe Ziegelei und eine Information darüber, zu welchen Uhrzeiten diese Zählungen gemacht wurden. - Tempo 30 auf der Niester Straße
Wird Tempo 30 auf der Niester Straße nicht durch die seitlich herankommenden Straßen aufgehoben? Uns erscheinen weitere Schilder an den Kreuzungen entlang der Niester Straße (abwärts) in jedem Fall verkehrsberuhigend zu sein.
Wie ist die Einschätzung bezüglich der einkreuzenden Straßen und können – unabhängig davon – noch weitere Schilder aufgestellt werden? - Höhenweg
Wieso gibt es am Höhenweg „Anlieger frei“ Schilder auf beiden Seiten? Warum wurde das so entschieden? Und gibt es diese Möglichkeiten auch für andere Straßen wie z.B. die Schulstraße? - Entlastung vor der Ernst-Abbe-Schule
Eine Sperrung der Schulstraße und der Stephanusstraße zwischen 7:15 und 8:45 Uhr würde dazu führen, dass die Kinder an der Bushaltestelle vor dem Lossestern an einer Kiss&Drop Stelle herausgelassen würden und von dort aus sicher zur Schule laufen könnten. Eine solche Lösung müsste auch im Bereich Mühlenweg / Dorfstraße gefunden werden. Möglicherweise müsste im gleichen Zeitfenster ein Durchfahrtsverbot bis zu dem Kellner Parkplatz erwogen werden.
Denkbar wären auch versenkbare Poller am Stephanushaus bei gleichzeitiger Sperrung der Stephanusstraße. Anwohner*innen können über einen RFID Chip den Poller absenken. Eine solche Lösung ist in Witzenhausen in Anwendung.
Eine andere Überlegung wäre die Schulstraße und die Stephanusstraße zur Spielstraße zu erklären.
Sind die vom GLLK-Stammtisch angedachten Überlegungen schon einmal untersucht worden? Falls ja, mit welchem Ergebnis? - „Kreisverkehr“ Stephanusstraße und Schulstraße
Hier gab es vor einigen Jahren mal die Situation, dass die Straßen nur noch in einer Richtung befahren werden durften. Warum hat sich die Gemeinde von dieser Lösung verabschiedet? Was war mit der Lösung ursprünglich intendiert? Wurde das Intendierte erfüllt? - Ampeln in der Leipziger Straße
Zur Beruhigung des Verkehrs wäre es möglich, manche Ampeln entlang der Leipziger Str. so zu schalten, dass sie immer auf Rot gestellt sind. Das bedeutet, dass die Autofahrer die Geschwindigkeit reduzieren. Sobald sich die Autos der Ampel nähern wird, sofern nicht gerade Fußgänger die Straße überqueren, die Ampel auf grün geschaltet. Dadurch soll verhindert werden, dass die Autos stoppen müssen. Wurden solche Überlegungen schon angestellt? - Tempo 30 in Oberkaufungen
Entlang des Lossesterns wie auch auf Höhe des Brauplatzes (integratives Wohnen am Brauplatz) müsste es rechtlich möglich sein, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 anzuordnen. Eine solche Lösung wurde in Niederkaufungen gefunden. Wäre es möglich, die Tempo 30 Zonen in diesem Sinne zu erweitern und welche Schritte sind dafür nötig? - Tempo 30 bzw. Tempo 20 generell
Die Stadt Kassel hat auf mehreren Straßen nun sogar Tempo 20 eingeführt. Die Stadt Freiburg hat Tempo 30 zwischen 22 Uhr und 5 Uhr auf einer sehr befahrenen Straße eingeführt. Unsere Expert*innen am Stammtisch konnten die Frage, welche Möglichkeiten es hier in Kaufungen gibt, nicht beantworten. Kann der Gemeindevorstand hier bitte die Möglichkeiten skizzieren?
Von den Eltern, die das Anliegen Fußgängerüberweg eingebracht haben, haben wir erfahren, dass du nach der Sommerpause einen Termin mit Ihnen verabredet hast. Uns ist nachvollziehbar, dass sich die Eltern noch während der Sommerpause eine Lösung wünschen, um das Schuljahr gleich mit einer Verbesserung der jetzigen Situation starten zu können. Wir regen an, zumindest zu erwägen, ob nicht kleinere Maßnahmen schon vor dem nächsten Schuljahr umgesetzt werden können.
Wir bitten um Antwort vor den Schulferien.
