Soziale Verantwortung statt Verlagerung: GLLK legt Änderungsantrag zur Obdachlosenunterbringung vor

Die GLLK-Fraktion in der Gemeindevertretung Kaufungen spricht sich entschieden gegen die geplante zentrale Unterbringung obdachloser Menschen im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit aus. Mit einem eigenen Änderungsantrag setzt die Fraktion bewusst einen anderen Schwerpunkt und stellt die soziale Verantwortung der Gemeinde in den Mittelpunkt.

„Obdachlosigkeit ist kein reines ordnungsrechtliches Problem, sondern eine zutiefst soziale Frage“, erklärt Torsten Felstehausen, Fraktionsvorsitzender der GLLK. „Wer heute nur auf Gefahrenabwehr setzt, verkennt die tatsächlichen Ursachen und riskiert, die Situation der Betroffenen zu verschärfen.“

Die derzeitige Beschlussvorlage begründet die Unterbringung vor allem mit der Pflicht zur Gefahrenabwehr und zur Sicherstellung von Ordnung.
Aus Sicht der GLLK greift dieser Ansatz zu kurz. Denn Menschen geraten nicht zufällig in Wohnungslosigkeit. Auslöser sind häufig Arbeitsplatzverlust, Trennung, Krankheit oder Schulden. Diese Probleme lassen sich nicht durch Verlagerung in zentrale Sammelunterkünfte lösen.

Der Änderungsantrag der GLLK setzt daher auf konkrete Alternativen:

Die Gemeinde soll weiterhin eigenen Wohnraum für obdachlose Menschen bereitstellen. Gleichzeitig sollen Beratungsangebote vor Ort aufgebaut werden, insbesondere für Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, etwa bei Mietschulden oder familiären Krisen.

Zentraler Bestandteil ist zudem die Entwicklung eines Konzepts nach dem Ansatz „Housing first“. Dabei steht eine eigene Wohnung am Anfang der Unterstützungskette. Erst ein stabiler Wohnraum ermöglicht es Betroffenen, weitere Probleme wie Arbeitssuche, Gesundheit oder Schulden nachhaltig zu lösen.

Kritisch sieht die GLLK besonders die geplante Unterbringung außerhalb Kaufungens. Der vorgesehene Standort ist nur mit erheblichem Zeitaufwand erreichbar. Dies erschwert die Teilnahme am sozialen Leben erheblich.

„Wer Menschen aus ihrem sozialen Umfeld herausreißt, nimmt ihnen genau die Unterstützung, die sie brauchen“, so Felstehausen. „Gerade für Familien mit Kindern oder für Menschen in schwierigen Lebenslagen sind soziale Kontakte entscheidend.“

Auch die Unterbringung in größeren Sammelunterkünften bewertet die Fraktion kritisch. Dort treffen Menschen mit sehr unterschiedlichen Problemlagen auf engem Raum aufeinander. Konflikte, Übergriffe und zusätzliche Belastungen für besonders verletzliche Gruppen können die Folge sein.

„Kaufungen muss ein Ort bleiben, an dem wir Verantwortung füreinander übernehmen. Dazu gehört, dass wir Hilfe dort leisten, wo Menschen sie brauchen – mitten in unserer Gemeinde“, so Felstehausen abschließend.

Originalantrag BürgermeisterÄnderungsantrag der
GLLK
Rede zu unserem Änderungsantrag